Heute ein Erfahrungsbericht über die m. M. n. optisch und technisch besten Scheinwerferlampen: Die MTEC SuperWhite 55W. Ende Juni 2011 bestellt, Anfang Juli eingetroffen. Verpackt waren diese in einer gewöhnlichen Lampenbox mit japanischen Schriftzeichen, was anfangs Skepsis bei mir hervorrief, ob der Inhalt hält, was er verspricht. Auf den Lampensockeln ist ein E-Prüfzeichen eingestanzt, also keine Probleme mit TÜV oder Rennleitung. Auf in die Garage bei schönem sonnigen Wetter und installiert.
Die Montage ist - wie bei eigentlich allen Scheinwerfern mit der Ausnahme von Xenon-Brennern - sehr einfach... zumindest bei den Benziner-Modellen. Motorhaube öffnen, die Verschlusskappe der Scheinwerfer durch seitliches Ausharken der beiden Haltebügel entfernen. Die Lampen sind nochmal zusätzlich mit einem Metallbügel hinter der Linse befestigt. Das ist etwas Fummelarbeit aber mit ein bisschen Geduld lassen sich diese ebenfalls ausharken. Dann lediglich noch die Stromzufuhr auspöppeln und die alte Lampe gegen die Neue austauschen.
Bei diesen Glühbirnen handelt es sich um Leuchtmittel, die ein sehr Xenon-ähnliches Licht werfen. Die Lichtquelle ist ein gewöhnlicher Glühdraht. Im Vergleich zu gewöhnlichen Halogenbirnen besteht die Füllung aus den Edelgasen Xenon und Krypton, den seltensten Gasen der Erde. Der Glaskörper ist blau eingefärbt, wie auf diesem Bild sehr gut zu sehen ist:
Soweit stimmt's schonmal. Die Reflektionen in der Parabollinse des Klarglasscheinwerfers sind schonmal einzigartig. Schöne blaue Augen! Aber wie steht's um Lichtfarbe, Ausleuchtung und vor allem der Haltbarkeit?
Dank der Edelgasfüllung erstrahlt das Licht in einem gesunden,
weiß-blauen Farbton. Die Lichttemperatur (man spricht hier von "Kelvin")
ist kalt, liegt also etwa bei 4.350 Kelvin:
Gewöhnliches Glühbirnenlicht der PKWs liegt oft im Bereich zwischen 3.700 und 4.000 Kelvin.
Der gefärbte Glaskörper hat nur wenig Auswirkung auf die Lichtfarbe, bringt aber keine Beeinträchtigung des Lichtscheins. Diese Erfahrung durfte ich bereits mit Blue-Vision-Standlichtern von Philips machen: Stark blau gefärbter Glaskörper, aber Lichtfarbe doch sehr gelb und für mich somit dürftig. Vielleicht lag's auch daran, das es nur Standlichter waren. Sei's drum, weiter geht's!
Nachdem ich eine H7-Lampe gewechselt hatte, wollte ich einen direkten Vergleich zu meinen Philips Premium sehen und natürlich per Foto festhalten. Es ist doch ein sehr großer Unterschied zu erkennen. Einmal im Abblendlicht mit H7-Sockel (MTECs jeweils immer links im Bild)...
...und einmal in den Nebelscheinwerfern mit H3-Sockel:
Passt auch! Ich stand bei diesen Aufnahmen leider etwas schief in der Garage, deshalb die leicht schiefen Lichtkegel.
Thema Ausleuchtung: Viele behaupten, dass die Ausleuchtung durch das weiß-blaue Licht katastrophal wäre, besonders bei Regenwetter. Das ist bei Xenon generell der Fall, da durch den weißen Lichtschein nicht genügend Kontrast auf die Straße gebracht wird und das menschliche Auge somit weniger sieht. Meiner Meinung nach stimmt diese Behauptung allerdings nicht ganz, denn man sieht selbst bei Regen noch mehr als genug. Wobei es letztendlich auch eine Frage des Scheinwerfers ist. Bei den Doppelparabolscheinwerfern aus Klarglas gibt's beim Ibiza 6L jedoch keinerlei Probleme. Ein Foto bei Nässe habe ich derzeit nicht zur Hand, lediglich aber eines von der Lichtweite. Aber ich denke, das sollte reichen:
Außerdem ist sowieso immer Aufmerksamkeit gefragt, gerade bei Dunkelheit. Denn wer so wenig sieht, dass er fünf Himmelsstrahler auf'm Dach braucht, der gehört nicht in den Straßenverkehr. Für meinen Teil leisten diese Lampen eine gute Arbeit, jedoch nicht zu vergleichen mit den starken, aber kurzlebigen OSRAM-Nightbreaker-Plus. Anfangs waren das Abblendlicht (H7) und die Nebelscheinwerfer (H3) mit MTECs ausgestattet, habe dann aber die H3 in die Fernlichter gebaut, da ich in den Nebelscheinwerfern "Tagfahrlicht" nachgerüstet habe. Jetzt freue ich mich jedes Mal, diese einschalten zu können sobald es dunkel wird. Auffallen und anschließende Nachfragen sind mit diesen Lampen garantiert:
- "Haste Xenon verbaut?"
- "Die Reflektionen in den Linsen sind richtig cool, warum sind die bei mir nicht so blau?"
- "Was sind denn das für Lampen? Die sind so schön blau im Rückspiegel."
In Sachen Haltbarkeit kann ich noch keine großartigen Aussagen machen, da diese erst seit dem 1. Juli 2011 verbaut sind. Viele behaupten, dass sie nach einem halben Jahr kaputt gehen. Aber ein Wechsel der Scheinwerferlampen alle 6 Monate hat in meiner Familie noch niemand hinbekommen. Einfach immer schön darauf achten, erst den Motor, dann die Beleuchtung anzuschalten. Durch die auftretenden Spannungsspitzen beim Motorstart kommt es zu Überladung der Lämpchen. Logisch, was dann passiert. Das selbe Spiel beim Ausschalten des Motors: Erst die Beleuchtung, dann der Motor.
Letztendlich ist es jedem selbst überlassen, welche Lampen für ihn ausreichend sind. Neben der Optik spielt vor allem die Sicherheit beim Licht eine wichtige Rolle. Die MTECs haben für mich beides und werden deshalb auch wieder im nächsten Auto landen. Nicht zuletzt, weil dies die einzigen richtigen Xenon-Look-Birnen mit E-Prüfzeichen sind. Ich bin schon hinter einigen Polizeiwagen hergefahren und habe trotz der auffälligen Lichtfarbe nie den Lutscher bekommen. Absolute Empfehlung!
Wer gewechselt hat, wird bald merken, dass das Standlicht mit seiner gelben Farbe doch sehr stört. Schaut man auf dem obigen Bild genauer auf die Ränder der Scheinwerfer, so erkennt man den gelben Punkt, in dem die hier verbauten Blue-Vision von Philips erstrahlen. Wenn man dazu bereit ist, das Standlicht gegen nicht zugelassene LED-Technik zu tauschen, dann empfiehlt sich das ebenfalls. Solange diese nicht im Blau der Polizeilichter oder im Rot der Rückleuchten erstrahlen, stört das keinen:
Nun habt ihr ein schönes, gleichmäßiges Lichtbild an eurem kleinen Flitzer.