Radschrauben korrekt festdrehen

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    • Ich schmiere immer nur die Zentrierung der Nabe mit Plastilube. Das Zeug ist klasse :love:

      Wieso man Kupferpaste nicht verwenden soll, weiß ich nicht. Bin wie gesagt kein KFZler.
      Nur weiß ich halt aus eigener Erfahrung, dass Kupferpaste bei Erwärmung flüssiger wird und das Kupfer und/oder Kupferschmiermittel nichts an Al-Teilen zu suchen haben. Geförderte Korrosion usw Blabla
    • MostWanted187 schrieb:

      Schauen die Schrauben mit dem Gewinde hinten ca. 1cm heraus. Was passiert über den Winter ;). Genau Das Gewinde ist so vergnaddelt das ein losschrauben wirklich nur noch mit einem Schlagschrauber funktioniert und evtl. sogar das Gewinde in der Nabe zerstört. Habe es auch schon oft erlebt das die 120 Nm erreicht wurden beim anschrauben und die Schraube noch 5 mm Weg hatte.

      Danke für den Text, das meinte ich ja die ganze Zeit. :thumbsup:
      :lol: Egal wie gut du fährst, Züge fahren Güter :lol:



    • MostWanted187 schrieb:

      Aber das hier echt Leute denken, das die Gewinde der Radschraube irgendwas halten ist echt ulkig. Freunde der Bund sichert und hält die Felge! Das Gewinde dient nur zum Anzug um die gewünschte Kraft auf den Bund und die Fläche zu bekommen und wenn hier ein Maschinenbauer was anderes behauptet soll er bitte zu seinem Meister, Lehrstuhl oder sonstigem gehen und sich den Popo versohlen lassen. :P

      Warum redet man dann beim Befestigungsgewinde von "Selbsthemmnis"? Es gibt ja auch extra Bewegungsgewinde, um das weitestgehendst zu umgehen. Das wird bei Radschrauben ja nicht verwendet.....
    • morris schrieb:

      Nene, da hat MostWanted schon recht.

      Die Schrauben halten genau genommen... nix :D

      Nur die Felge an ihrer Stelle. Und übertragen halt das Drehmoment. Aber die Auflagerkräfte werden nur über die Radnabe übertragen.

      Das ist ja komisch, letztens gab es einen Thread, wo einer eine Spurverbreiterung mit einer defekten Zentrierung gezeigt hat. Dort fragte er, ob man die noch verwenden kann. Dort meinte man einstimmig, daß die Zentrierung (oder auch die Nabe) nur eine Montagehilfe sei und die Schrauben die Felge hält. Wat denn nu, bin ein wenig irretiert.
    • Bei Stahlfelgen geben die Umgebungen der Befestigungslöcher elastisch nach. Dadurch entsteht eine selbstsichernde elastische Schraubenverbindung ähnlich einer Dehnschrauben-Verbindung, die auch mit einem definierten Drehmoment anzuziehen ist. Die kegelige oder kugelige Kontaktfläche mit dem Lochrand vergrößert die auch gegen das Lösen wirkende Reibungskraft. Die zentrierende Wirkung dieser Kontaktgeometrie ist sekundär, da die Felge über ihre zentrale Bohrung in der Regel am Radträger zentriert wird.


      Porsche übrigens gibt sein Drehmoment mit dem Fett extra an ;).
      ...powered by DUBgrafix
    • MostWanted187 schrieb:

      Porsche übrigens gibt sein Drehmoment mit dem Fett extra an .


      Das Fett an dieser Stelle besser ist, dass bestreitet hier auch sicher niemand.
      Es ging in dem Thema ja auch um die Frage "wie zieht man Radschrauben richtig an".
      Ich verstehe auch eigentlich nicht, wieso man das Drehmoment nicht auch für geschmierte Verbindungen angibt. Dann gäbe es dieses Problem nicht.

      Die Schrauben und die Nabe sind sowieso eigentlich idiotensicher ausgelegt. 2 Beispiele:
      • Habe gestern an nem Smart die Räder wechseln wollen. Da waren die Schrauben so fest angezogen worden (vor 2 Monaten bei einem großen deutschen Reifenhändler), dass ich die nur mit nem Drehmomentschlüssel + Rohr lösen konnte! Gehe mal von ab 200Nm aus.
        Smart Radschrauben: M12 !
        Und da ist keine abgerissen. Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass dort der letzte Holzkopf die Räder mit nem Schlagschrauber angezogen hat. Da bringt der Drehmomentschlüssel im Nachhinein auch nichts mehr.
      • Dehnschrauben müssen eigentlich nach dem Lösen ersetzt werden. Macht auch niemand. Trotzdem halten Radschrauben normalerweise viele Jahre.



      alex4kant schrieb:

      Gibt ja auch Spurplatten ohne Zentrierung ... also halten doch nur die Schrauben?!

      Das ist aber meines Wissens nach nur bei dünnen Scheiben 5-10mm der Fall, wo sowieso genug von der Nabe über bleibt, oder?
    • Ja, aber nicht das Gewinde selber sondern der Bund der Schraube, natürlich hast du eine konstante Kraft auf den Gewindeflanken etc. und die sichert das ganze natürlich auch noch einmal aber gegen das Lösen der Schrauben wird der Bund primär genutzt.

      @ morris, da gebe ich dir vollkommen recht!

      Ne, die zentrierung ins meißt 5 mm ;), da machen Hersteller keine weitere Zentrierung da dort üblicherweise kein Fleisch mehr für vorhanden ist an der Platte.
      Die müssen dann wirklich sorgsam angeschraubt werden, sonst holppert es.
      ...powered by DUBgrafix
    • morris schrieb:


      Die Schrauben halten genau genommen... nix :D
      Nur die Felge an ihrer Stelle. Und übertragen halt das Drehmoment.


      Und, meine ich, selbst das Drehmoment wird bei angezogener Felge hauptsächlich durch die Auflagefläche von Felge/Aufnahme übertragen.
      Thema Haftreibung. Bei dem Anpressdruck sollte die Auflagefläche den größten Teil (wenn nicht den ganzen) der Drehmomentübertragung übernehmen.
    • Hallo an alle :thumbsup:

      Ich hätte einige Fragen dazu. Ich habe einen Akku Schlagschrauber mit dem maximalen Drehmoment 300 Nm. An allen Stellen wird geschrieben, dass für Radwechsel ein Akku Schlagschrauber mit 400-600 Nm gebraucht wird.

      Aber die Räder müssen mit 120Nm angezogen werden... Irgendwie passt es nicht zusammen. Muss es also nur handwerklich gemacht werden in unserem Fall? Oder wird es irgendwie anders bewertet? Und... Hängt der Drehmoment von den Felgen ab?

      Vielen Dank für Ihre Antworte
    • Anzugsdrehmoment ist nicht gleich Lösemoment. Beim Lösen musst du Effekte wie Rost oder Ablagerungen zwischen Schraube und Gewinde überwinden. Hinzukommt die Haftreibung zwischen Schraubenkopf und Felge sowie im Gewinde. Beim Anziehen bewegst du dich dort in der Gleitreibung.
      Deswegen soll man auch die Schrauben leicht anziehen und dann mit Drehmoment konstant bis zum Ende durchziehen und nicht dabei stoppen, damit du eben nicht in den Stillstand kommst.
      Weiter hinzu kommt, dass die Reibung der Auflagefläche maßgeblich von der Vorspannkraft, also direkt von Partikeln oder Schmiermitteln im Gewinde oder dem Zustand der Zahnflanken, bestimmt. Sitzt die Schraube so über den Winter schön fest und wurde beispielsweise ordentlich gefettet und trotzdem mit 120 Nm angezogen, ist der Schmierstoff fest geworden und dann brauchst du richtig Dampf zum Lösen.
      So um die 500 Nm Lösemoment ist ein guter Anhaltspunkt.
    • Hallo,
      ich besitze seit gut 3 Jahren den Akku-Schlagschrauber von Einhell (TE-CW 18 Li). Bei diesem Schrauber ist ein max. Drehmoment (hart) von 215 Nm angegeben. Bisher sind keine Probleme aufgetaucht. Selbst an einem Ford C-Max hat er mit ein wenig Mühe Radschrauben gelöst bekommen, die mit 200 Nm angezogen worden sind.

      Light_Control schrieb:

      Ich habe einen Akku Schlagschrauber mit dem maximalen Drehmoment 300 Nm.
      Sollte von daher damit kein Problem sein (wenn die Angabe stimmt).
    • Vielen Dank für die Aufklärung!

      Um es zusammenzufassen:
      Mit dem Akku Schlagschrauber die Schrauben lösen und dann wie z.B. hier beschrieben oder in "So wird's gemacht" anziehen (aber nur mit einem Drehmomentschlüssel und manuell).

      P.S. Beschreibung des Prozesses in "So wird's gemacht":
      1. Wagen angehoben, 50Nm
      2. Wagenheber weg, 120Nm
    • morris schrieb:

      MostWanted187 schrieb:

      ...eigentlich idiotensicher ausgelegt. 2 Beispiele:
      • Habe gestern an nem Smart die Räder wechseln wollen. Da waren die Schrauben so fest angezogen ... dass ich die nur mit nem Drehmomentschlüssel + Rohr lösen konnte! Gehe mal von ab 200Nm aus.
        ...
        Und da ist keine abgerissen...
      • Dehnschrauben müssen eigentlich nach dem Lösen ersetzt werden. Macht auch niemand. Trotzdem halten Radschrauben normalerweise viele Jahre.


      Mein Drehmomentschlüssel ist am Kopf zerbrochen beim Lösen einer 220NM Schraube.
      Mit dem Lösen von Schrauben macht man den auch so einfach kaputt, auch wenn nichts bricht.
      Lösen mit Dremomentschlüssrl => No Go
      (Hatte vorab schon einen guten Drehmomentschlüssel gekauft, spätestens wenn man mit Dehnschrauben zu tun hat sind mMn Baumarkt DM-Schlüssel ungeeignet)


      Idiotensicher ist das Ganze auch nicht, denn wenn die erste Schraube direkt angeknallt wird, kann man nicht mehr "über Kreuz" anziehen.
      Von den Folgen davon schreib ich jetzt nicht, man kann das "über Kreuz Anziehen" aber nicht wegdiskutieren.


      Warum sollten Radschrauben Dehnschrauben sein?
      Der Hersteller könnte ein paar Cent sparen, würde er wohl auch...
      Dazu müsste er zum aber, zum Not- bzw Reserverad 5 Schrauben legen (...4 + 1Felgenschlos)
      Und einen Drehmomentschlüssel.

      Zum Räderwechsel bräuchte man 20 neue Schrauben (16+...)


      Ich hab bewusst auf einen sehr alten Beitrag reagiert, passt einfach recht gut zum Winterbeginn. Bestimmt sieht Morris das ganze inzwischen auch etwas anders.